(Zitat und Fotos des Leitartikels des „Ostsee Anzeigers“ vom 12. November 2003,
Die Urheber- und Copyright-Rechte liegen bei F. Burger.)

Kranzniederlegung und Einweihung des Gedenk- und Lernortes KZ Barth

Ein Schutzschild gegen die Unmenschlichkeit


„Wir haben das nicht vergessen", stellte der Stellvertretende Ministerpräsident Dr. Wolfgang Methling in seiner ausdrucksvollen Rede zum Gedenken an die Barther KZ-Opfer und an die Verfolgung der Juden im dritten Reich fest. Zirka 60 Barther waren am Sonntag gekommen, um der Kranzniederlegung am Mahnmal des KZ Barth beizuwohnen und gemeinsam die sechste und letzte Stele des Gedenk- und Lehrnortes einzuweihen.

Am 65. Jahrestag der Reichspogromnacht und des 60. Jahrestages der Ankunft des ersten Häftlingstransportes in Barth konnte die Idee des Fördervereins Dokumentations- und Begegnungsstätte Barth, einen solchen Gedenk- und Lernort einzurichten, endlich vollendet werden. Der Barther Bürgermeister Mathias Löttge sprach dem Verein, allen Beteiligten sowie Spendern seinen Dank aus und erwähnte die ehemalige Stadtarchivarin Helga Radau im besonderen Maße.

 


Professor Methling wünschte sich viele junge Leute an diesen Ort der „Vernichtung durch Arbeit": „Es sollen Gefühle entstehen als Schutzschild gegen die Unmenschlichkeit."

F. Burger

 

Sechs Stelen erinnern

Am 9. November 1943 erreichte der erste, aus Buchenwald kommende Häftlingstransport die Stadt Barth. Von den etwa 6000 im Konzentrationslager Barth für die Kriegsproduktion ausgebeuteten Häftlingen überstanden 2000 diese Zeit nicht.

Am 29. April 1945 löste die SS das Lager auf und trieb alle gehfähigen Häftlinge auf einen Todesmarsch in Richtung Rostock. Die zurückgebliebenen Toten und Kranken, durch Entkräftung kurz nach ihrer Befreiung verstorbenen Häftlinge wurden auf einem kleinen Gedenkfriedhof auf dem ehemaligen KZ-Gelände beigesetzt. 1955 verlegte man diesen in die Nähe des Rathauses und 1965 mit den Toten eines am Rande der Stadt aufgefundenen Massengrabes zum heutigen Mahnmal Barth an der Chausseestraße. Auf sechs Stelen entlang eines zwischen den Gebäuderesten angelegten Pfades können sich die Besucher den historischen Ort wieder erschließen und aneignen.

 


F. Burger .